Hintergrund und Motivation

Der Prozess der Medikation in toto (inkl. Entscheidung, Verordnung, Zubereitung, Vergabe und Überwachung) ist komplex, erfordert die Koordination einer Reihe von Berufsgruppen sowie profunde Kommunikationsstrukturen und die Einbeziehung pharmakologischen Wissens nach dem aktuellen Stand der Forschung. Studien zeigen, dass der Medikationsprozess dabei nicht immer optimal abläuft und Medikationsfehler und daraus resultierende vermeidbare Unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) relativ häufig vorkommen. Daher werden in diesem Bereich Initiativen des Qualitätsmanagements sinnvoll.

Die Medizinische Informatik hat hierauf bezugnehmend in den letzten Jahren eine Reihe von Lösungen, Vorschlägen und best-practice Beispielen erarbeitet, um den Prozess der Medikation zu unterstützen und so zur Patientensicherheit beizutragen. Allerdings umfasst diese Unterstützung bisher nicht den gesamten Medikationsprozess, sondern nur separierte und häufig sogar isolierte Teilbereiche des Gesamthergangs. Dazu gehören Verfahren wie die elektronische Verordnung (CPOE, ePrescribing), ggf. verbunden mit einer Arzneimittelsicherheitsprüfung (Decision Support, AMTSP), die Zubereitung und Verteilung (Dispenser, Unit Dose Systeme, eBlister) der Arzneimittel oder die Aufdeckung unerwünschter Arzneimittelwirkungen und Medikationsfehler (Pharmakovigilanz, CIRS). Darüber hinaus wird das Thema der Bereitstellung und Standardisierung von pharmazeutischem Wissen im Kontext einer sachgerechten Integration in Software für Anwender und Patienten (Arzneimittelinformationssysteme, Fachdatenbanken) immer wichtiger.

Gründung der Arbeitsgruppe

Die Arbeitsgruppe wurde im Mai 2011 auf Initiative von Prof. Elske Ammenwerth an der UMIT gegründet.

Zielsetzung der Arbeitsgruppe

  • Diskussion von Chancen und Herausforderungen einer durchgehenden IT-basierten Unterstützung des Medikationsprozesses aus Sicht von Anwendern, Pharmazeuten, Klinikern und Informatikern
  • Formulierung einer Roadmap für zukünftige Schritte in Hinblick einer besseren Unterstützung des Medikationsprozesses durch Medizinische Informatik
  • Gemeinsame Planung, Durchführung und Publikaiton von Aktivitäten
  • Aufbau eines nachhaltigen Netzwerkes zum Bereich AMTS und Medizinische Informatik in D-A-CH
  • Zusammenarbeit mit der GMDS-Arbeitsgruppe "Arzneimitteltherapiesicherheit"

Mitwirkende in der Arbeitsgruppe (Auswahl)

  • Dr. Amin-Farid Aly, Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen, vorher Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft, Berlin
  • Univ.-Prof. Dr. Elske Ammenwerth, Institut für Biomedizinische Informatik, UMIT - University for Health Sciences, Medial Informatics and Technology, Hall in Tirol
  • Univ.-Prof. Dr. Eckhard Beubler, ehem. Vorstand am Institut für Experimentelle und Klinische Pharmakologie, Medizinische Universität Graz
  • Prof. Dr. Thomas Bürkle, Fachhochschule Bern
  • Petra Christ, Medizinische Medien Information, Neu Isenburg
  • Dr. Manfred Criegee-Rieck, Franziskanerbrüder vom Heiligen Kreuz e. V., Bad Kreuznach
  • Univ.-Prof. DI DDr. Wolfgang Dorda, Institut für Med. Informations- und Auswertesysteme, Medizinische Universitaet Wien
  • PD Dr. Harald Dormann, Klinikum Fürth
  • Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Friesdorf, Lehrstuhl für Arbeitswissenschaft, Berlin
  • Prof. Dr. Gerhard Fortwengel, Fakultät III - Medien, Information und Design, Hochschule Hannover
  • Ao Univ.-Prof. Dr. Walter Gall, Medizinische Universität Wien
  • Dr. Christine Haas, Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI)
  • Univ.-Prof. Dr. Walter E. Haefeli,Abt. Klinische Pharmakologie und Pharmakoepidemiologie, Universitätsklinikum Heidelberg
  • Ass.-Prof. Dr. Werner O. Hackl, Institut für Biomedizinische Informatik, UMIT - University for Health Sciences, Medial Informatics and Technology, Hall in Tirol
  • Prof. Dr. Jürgen Holm, Fachhochschule Bern
  • Mag. Martina Jeske, Krankenhaus-Apotheke, tirol Klinken, Innsbruck
  • Dipl.-Ing. Jens Kaltschmidt, Universitätsklinikum Heidelberg, Klinische Pharmazie und Pharmakoepidemiologie, und Geschäftsführer Dosing GmbH, Heidelberg
  • Ass.-Prof. Dr. Wolfgang Koller, Universitätsklinikum Innsbruck
  • Dr. Renke Maas, Pharmakologie, Universitätsklinikum Erlangen
  • Dr. Klaus Menges, Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), Bonn
  • Dr. Horst Möller, Ministerialrat a.D., Bonn
  • PD Dr. rer. nat. Antje Neubert, Kinder- und Jugendklinik, Universitätsklinikum Erlangen
  • Dr. Marc Oertle, Spital STS AG Thun, Schweiz; Chefredakteur SMI
  • Andrius Patapovas, Universitätsklinikum Erlangen
  • Univ.-Prof. Dr. Dr. W. Rascher, Kinder- und Jugendklinik, Universitätsklinikum Erlangen
  • Dr. Helge Reichert, Arzt und Informatiker
  • Univ-Doz. DI Dr Günter Schreier, M.Sc., AIT Austrian Institute of Technology, Safety & Security Department
  • Dr. Hanna Seidling, Universitätsklinikum Heidelberg, Klinische Pharmazie und Pharmakoepidemiologie
  • Dr. Reinhold Sojer, Bundesamt für Gesundheit, Schweiz
  • Dr. Matthias Sonnenschein, Documed AG, Schweiz
  • Univ.-Prof. Dr. Wolf Stühlinger, Department für Public Health und HTA, UMIT
  • Rolf Wipfli, Divison of Medical Informatics, University of Geneva and University Hospitals of Geneva

Bisherige Arbeitstreffen

Hier finden Sie eine Übersicht der bisherigen AMTS-IT Arbeitstreffen.